zwei Video-News

Dezember 27th, 2010

Mitte Dezember wurde ich gefragt, ob ich Lust und Zeit hätte, im neuen Musikvideo der Band Super Czerny mit zu wirken. Ich hatte.

Das Ergebnis findet man seit dem 24.12. im Netz.

Ich glaube, an den Aufnahmen erkennt man, dass der Dreh zu dieser sehr eigenwilligen, aber irgendwie trashig-kultigen Walzer-Punk-Version zwar sehr kalt, aber trotzdem wirklich nett und lustig-kreativ war.

 

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Wir sind wirklich drin!!! Ab 2:20min findet man einen kleinen Ausschnitt unser WOMANIZED-singt-nach-dem-Konzert-für-Maybebop-eines-ihrer-Arrangements-Aktion im Maybebop- Podcast – Ich kann übrigens deren Konzerte nur jedem, der mit A Capella, tollen Texten und einer tollen Performance etwas anfangen kann, wärmstens ans Herz legen:

 

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Viel Spaß beim Schauen!

Jahresrückblick 2010

Dezember 24th, 2010

2010 war ein Jahr des in-Bewegung-Seins und des Horizont-Erweiterns- in vielerlei Hinsicht im doppelten Sinne.

Das Jahr startete gemächlich und gemütlich. Von Januar bis Mitte April stand ich ( im Vergleich zum Vorjahr ) nun als Erstbesetzung im "Musicaljuwel" ( laut einer Kritik ) "Das Orangenmädchen" im Wiener Off-Theater auf der Bühne. Eine Produktion mit einem kleinen, sehr feinen Team, mit Herz und Leidenschaft, eine berührender Geschichte und wunderbarer Musik. Ich werde diese Zeit immer in positiver Erinnerung behalten- auch weil es meine 1. professionelle Musical-Produktion war.

Nebenbei machte ich mich an die Entdeckung der Arbeit vor der Bühne. Für die Kindermusical-Tourneeproduktion "Lenny der fliegende Hund" brachte ich mich als Regieassistenz ein, und schnell wurde mir so viel Vertrauen geschenkt, dass ich jederzeit Ideen einbringen durfte, und letztendlich auch für die Choreografie und musikalische Einstudierung verantwortlich gemacht wurde. Eine spannende Aufgabe, die mich wieder einmal mehr bestätigt hat, dass ich die Begriffe Coaching und Unterrichten nicht aus den Augen verlieren möchte. Ich liebe es mit Kollegen zu arbeiten, Wege zu finden, das Beste aus ihnen raus zu holen- das ständige Nehmen und Geben in der kreativen Arbeit…so macht der Beruf doch wirklich Spaß!

Mitte April begann dann die wortwörtliche Horizonterweiterung und die bisher größte Herausforderung meines beruflichen Lebens: Mein Engagement auf dem Kreuzfahrtschiff MS Amadea. Nach einigen Streitigkeiten mit Eykja… Eya…Eki…also dem isländischen aschespuckenden Vulkan halt…und einer einmonatigen Probezeit in Belgien, machten sich 8 Darsteller mit 11 Shows im Gepäck auf große Fahrt. Das, worauf ich 7 Jahre lang hingearbeitet hatte. nahm ihren Anfang. Der erste richtige, gut bezahlte Job im Angestelltenverhältnis. Vom Beruf leben können, ihn nicht mehr als Nebenverdienst oder Hobby bezeichnen müssen- yes!!! Zugegeben, die Zeit war hart- vor allem der Anfang. Es galt gegen extrem lange Arbeitstage, ein nicht immer angenehmes Betriebsklima, körperliche und psychische Extremsituationen und Verletzungen, Schlafmangel etc. zu meistern. Ich war kurz davor zu gehen. Aber letztendlich habe ich weitergemacht. Ich wusste, dass ich es mir nicht verzeihen würde, das Erreichte jetzt aufzugeben. Das, wofür ich solange gekämpft hatte. Ich lebte endlich meinen Traum- auch wenn ich ihn in der Realtiät in dem Augenblick gar nicht mehr so traumhaft fand! Aber, oder vielleicht gerade deshalb: Augen zu, Zähne zusammen und durch da! Und es hat sich so sehr ausgezahlt!!! Ich bin so froh! Ich habe die Arbeit, das Schiff, das Leben und das ständige Unterwegs-Sein kennen und lieben gelernt, habe wunderschöne Orte gesehen, zu denen ich freiwillig nie gefahren wäre, Seestärke 9 ohne Probleme überlebt, gelernt, dass es gar nicht so schlimm ist, 5 Monate zu zweit auf engstem Raum zu leben, habe Menschen und Kollegen intensiv wie sonst nie kennen und lieben gelernt…aber das Wichtigste: Ich durfte fast täglich auf der Bühne stehen, und habe so sehr an Routine und Sicherheit gewonnen.

Der Abschied im September war schwer- ich wäre gerne noch weiter gefahren- aber manche Dinge sollten wohl vorerst nicht sein. So kehrte ich voll Tatendrang und Motivation nach Wien zurück mit dem Wissen und dem dringlichen Wunsch: Die nächste Stufe ist erklommen, und es wird weiter bergauf gehen! Ich steckte mir neue Ziele und Prinzipien, bastelte eine neue Wunschcollage und entschied, dass meine Zeit in Wien nun zu Ende sein sollte. Ich war in Bewegung und bereit für Veränderungen- also schien auch ein Ortswechsel nahestehend. Ich begab auf Wohnungssuche in meiner Heimatstadt Hamburg.

Herbstzeit = Bewerbungszeit! Frisch vom Schiff und damit mit einem neuen ansprechenden Punkt im Lebenslauf ging es los- die Jagd um einen Folgejob. Wer meine Blogeiträge ein wenig verfolgt hat, wird vielleicht wissen, dass Vorsprechen und vor allem Vorsingen immer ein Horrorszenario für mich dargestellt hatten. Und wie fürchtete ich mich vor meiner ersten Gesangsaudition nach dem Schiff: Würde sich etwas verändert haben? Würde es leichter gehen? Oder war alles umsonst gewesen und war alles beim Alten geblieben? Doch das Wunder war geschehen: Seit dem Kutter funktioniert meine Stimme mehr oder weniger einwandfrei beim Vorsingen. Ich habe gelernt, ruhiger zu bleiben, authentischer aufzutreten. Bei einem Großteil der absolvierten Auditions und Vorsprechen bekam ich noch währenddessen positives Feedback.

Schnell musste ich allerdings lernen, dass positives Feedback nicht unbedingt auch einen Job zur Folge haben muss…Was ist eigentlich deprimierender? Beim Vorsprechen zu versagen und deshalb keinen Job zu kriegen, obwohl man so genau weiß, was man eigentlich kann? Oder sich gut präsentieren, positiv wahrgenommen zu werden und trotzdem nur Absagen zu kassieren? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur: Ich mag beide Situationen nicht…

Heute ist Weihnachten. Und mir wurden bereits 3 tolle Geschenke gemacht. Ich habe eine tolle Wohnung in Hamburg gefunden- Mitte Februar, also genau nach 8 Jahren Wien werde ich in die Heimat zurückkehren. Und: Ich habe in den letzten Tagen zwei Engagement-Angebote erhalten. Anfang Januar steht dann noch eine berufliche Chance aus. Wenn das alles wirklich klappen würde, wäre ich bis Mai 2012 versorgt…und: Es würde auch wieder aufs Meer gehen…Was könnte ich mir mehr wünschen zum Jahresende, als das ich jetzt sagen kann: Es ist was weitergegangen und die Arbeit scheint sich auszuzahlen- es geht weiter und bergauf! 2011 wird spannend.

Ich wünsche euch das Gleiche!

Habt gesegnete und frohe Weihnachten und einen fantastischen Rutsch ins hoffentlich erfolgreiche, erlebnisreiche und aufregend-positive Jahr 2011!

to blog or not to blog- that’s the question

Dezember 18th, 2010

Von einigen Tagen bekam ich wieder einmal die Absage für eine Musical-Audition. Heißt: Ich durfte nichteinmal zum Vorsingen hinfahren.

Warum? Nun, ICH vermute, weil ich eben noch keine Großproduktion wie "Mamma Mia" oder "Wicked" gespielt habe.

Leide ein Phänomen, was einem immer öfters unterkommt: Wer in "kleinen" Produktionen gespielt hat, wird nicht bzw. sehr selten zu "großen" eingeladen. Wer von den "großen" kommt, bekommt sogar ab und an eine Absage von den "kleinen" mit der Begründung: "Wir können Sie uns sowieso nicht leisten…"( ?!?!?!?!?!??! Darf das der Darsteller vielleicht selbst entscheiden? )

Ich war gefrustet! Ich wollte unbedingt zu dieser Produktion vorsingen gehen, ich würde vom Typ her passen, die Musik ist toll, das Thema, das Leading Team… In meiner Emotion postete ich auf Facebook folgenden Status:

"Anne-Katrin Böhm ist langsam echt am Überlegen, ob sie an ihrem künstlerischen Lebenslauf was schummeln sollte :-( "

Dazu muss ich sagen, dass ich meine Privatsphäreeinstellungen sehr genau überprüfe- also nein, nicht JEDER kann meinen Status lesen, und schon gar nicht die wenigen "dicken Fische", mit denen ich auf Facebook "befreundet" bin.

Ich nutze Facebook gerne und oft als Networking-Plattform, aber genausoviel privat.

Jedenfalls bekam ich den Kommentar und anschließend eine Email eines Kollegen, der Gründer, Leiter und Darsteller einer Kindermusicalproduktionsfirma ist, dass ich meine Überlegungen vielleicht nicht so öffentlich darstellen sollte, und ich solle ihn nicht falsch verstehen, er findet meine offene Art sympathisch, aber dass das bei manchen aus dem Business eben nicht gut ankommen könnte und deshalb eher kontraproduktiv ist.

Ich schrieb ihm daraufhin folgende Nachricht zurück:

 

"…Ich weiß schon ganz genau, was du meinst..und ich gebe dir bis zu einem gewissen Grad auch recht..bzw. finde ich es absolut verständlich, warum man sowas besser nicht öffentlich schreiben sollte, weil das Netz ja wirklich Augen und Ohren hat…

Ich habe lange über dieses Thema nachgedacht und auch mit einigen Kollegen diskutiert, die genau deiner Meinung sind.
Ich habe mich letztendlich für mich entschieden, egal wo ich auftrete, ob bei einem Vorsprechen, im Web oder privat, einfach authentisch und ehrlich sein zu wollen.
Ich habe zum Beispiel auf meiner Homepage auch einen beruflichen Blog, in dem ich öfters mal, auch über Misstände oder Provokatives aus dem Business schreibe. DAS ist wirklich öffentlich und kann jeder lesen, der es will.

Dass es Ungerechtigkeiten in dem Beruf gibt, weiß jeder. Warum sie nicht ansprechen- solange man es auf eine halbwegs respektvolle und humorvolle Weise macht?
Ich denke mir, dass die Menschen, die mich casten, ja später auch mit mir zusammenarbeiten müssen/wollen. Wenn jemand sich schon aufregt, wenn ich SO einen Kommentar auf Facebook gepostet habe- dann würde eine Zusammenarbeit wohl sowieso nicht klappen.
Denn so ein Kommentar hat ja nichts mit: "Ich bin kontraproduktiv und prinzipiell dagegen" zu tun, sondern spricht einfach mal etwas aus, was sich 85% der Kollegen auch denken werden.
Etwas anderes wäre ein Kommentar wie: "Oh mein Gott, so einen unfähigen halbstarken Regisseur hatte ich noch nie..am liebsten würde ich ihn in den Orchestergraben schubsen!" ;-)
Ich glaube, du weißt, was ich meine..
Klar ist man als Schauspieler/Sänger/Musical-Darsteller auf die Gunst der "Mächtigen" angewiesen- aber immer nur nach dem Mund reden, Klappe halten und brav nicken kann auch nicht das Richtige sein. Mir ist schon klar, dass mit solchen Kommentaren nichts an den Umständen geändert werden kann, ich will auch keine Revolution anzetteln- aber manchmal den Frust über gewisse Ungerechtigkeiten rauszulassen..ich finde, es gibt Schlimmeres.
Und bis jetzt habe ich, auch auf meinen Blog z.B. immer eher positive Reaktionen von potentiellen Arbeitgebern bekommen. Und das waren dann auch Leute, mit denen man gern zusammenarbeitet.
Ja, es ist ein Risiko- und sollte jetzt wirklich irgendein dicker Fisch meinen Kommentar auf FB gelesen haben, und mich deswegen auf die "schwarze Liste" setzen- ok, dann hab ich wirklich Pech gehabt…oder auch nicht…alles im Leben hat ja bekanntlich einen Sinn *gg*
….."
Was sagt ihr dazu?
Viele Theaterblogger schreiben über das aktuelle Geschehen im Business- und ein Blog ist ja auch dazu da, dass man über seine persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen berichtet- man bekommt somit ein Profil- dass das vielleicht nicht jedem und allen 100%ig zusagt: Das ist doch überall im Leben so, oder?
Ich gebe zu: Natürlich mache ich mir Gedanken, wie ich etwas schreibe! Ich nenne in manchen Fällen natürlich auch keine Namen- und trotzdem setze ich mich damit, nur weil ich einen Blog schreibe, einem gewissen Risiko aus. Ich erzähle etwas von mir als Mensch. Besetzer, die meine Homepage/meinen Blog besuchen können, wenn sie denn wollen, eben nicht nur die Fakten über mich erfahren, sondern auch etwas über mich als Künstler und Mensch- mit dem sie vielleicht später zusammenarbeiten möchten. Natürlich kann es passieren, dass sie dann in diesem Blog etwas lesen, mit dem sie gar nicht übereinstimmen. Aber muss das gleich ein Ausschlusskriterium für mich sein?
Bzw. was ich mich immer wieder frage: Ja, ich möchte von anderen einen Job bekommen, und die müssen mit mir zusammenarbeiten wollen…aber ist es nicht umgekehrt genauso? Später muss man ja zusammenarbeiten! Also ist es doch für mich genauso wichtig zu wissen, ob ich mit "denen" überhaupt zusammen arbeiten will und kann. ( ja, ich weiß, in der Realität kratzt das niemanden, was der Darsteller will…).
Ich weiß jedenfalls für mich: Ich schreibe weiter- auch auf die Gefahr hin, dass sich mal jemand auf den Schlips getreten fühlen könnte.
Und ihr, liebe Theaterblogger? Mich würde eure Meinung zu diesem Thema sehr interessieren!

Solang man Träume noch leben kann

November 23rd, 2010

 

Mein semiprofessionelles Ensemble "Womanized", welches am 13. März 2011 im Theater Brennessel in Wien in 4. Programm namens "Womanized- Making of" auf den Markt schmeißen wird, beschäftigt sich neben Musical- Raritäten auch vielfach mit tollen Arrangements aus dem A Capella Bereich.

Diesmal hat es uns besonders die Version von "Solang man Träume noch leben kann" der Kölner A Capella Formation "Maybebop" angetan.

Nachdem uns die vier sympathischen Jungs ihr Arrangement für unser Konzert zur Verfügung gestellt haben, waren sie und wir natürlich neugierig, wie es denn in einer reinen Frauenbesetzung klingen mag.

Und so nutzten wir die Gelegenheit nach deren Konzert im Rahmen des Voicemania- Festivals in Wien, ihnen einmal unsere Version zu zeigen.

Ganze zwei Proben mussten dafür ausreichen, aber ich denke, an diesem Work-in-progress-Ergebnis kann man schon sehen, dass das Konzert im März, bei dem ich erstmals auch aktiv mit der auf der Bühne stehen werde ( zuvor war ich nur für Stagings und Liedinterpretation verantwortlich…bin ich dieses Mal übrigens auch wieder ), sicherlich ein qualitativ hoher und unterhaltsamer Abend werden wird.

Viel Spaß beim Schauen!

 

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Frust oder Wort zum Sonntag

November 6th, 2010

Das stört mich in der heutigen Kulturszene:

 

…dass viel zu viele Kinder- und Jugendtheater ihre jungen Zuschauer nicht ernst nehmen, und ihnen lieblosen, klischeebehafteten, plakativ gespielten Einheitsbrei "hinrotzen"

 

…dass Otto-Normal-Verbraucher nicht mehr spontan in viele hochsubventionierte Theater gehen kann, ohne zwingenderweise das Stück, 10 Sekundärliteraturen, die aktuellen Nachrichten und die Biografie des Regisseurs gelesen haben zu müssen, um zu verstehen, was da auf der Bühne eigentlich gerade passiert…

 

…dass die großen Musical-Konzerne kaum mehr Risiken eingehen, und nur noch auf bewährte Erfolgsproduktionen oder Compilationshows setzen

 

…dass das Publikum diese auch noch annimmt…

 

…dass der Darsteller-Beruf auf Grund der Gagenverhältnisse immer mehr zum Hobby für viele avanciert